Vom Kapitän zum Crewmitglied: Markus über Leidenschaft, Kundenkontakt und 70er-Jahre-Vibes

Themen: callpoint, Interview

Veröffentlicht: 09.03.2026 15:24:35 / von Pascal Robache

Warum wechselt man nach vielen Jahren in Führungspositionen bewusst in den direkten Kundenkontakt? Was überrascht im Alltag am meisten – und was motiviert, auch mit über 60 noch voller Energie zu arbeiten? Im Gespräch mit Pascal spricht Markus über prägende Erlebnisse, besondere Kundenbegegnungen und seine Leidenschaft für die 70er Jahre – von Black Music über New York bis hin zu klassischen 911ern. Ein persönliches Interview über Motivation, Wendepunkte und Begeisterung.

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Hallo Markus. Du hast viele Jahre in Führungspositionen gearbeitet und grosse Teams geleitet. Was hat dich motiviert, bewusst in eine operative Rolle im direkten Kundenkontakt zu wechseln? 

Eine interessante Frage, Pascal. Ich liess die zum Teil belastenden Aspekte des «Kapitäns» schon vor ein paar Jahren hinter mir, um als einfaches «Crewmitglied» Richtung Ruhestand zu segeln, merkte jedoch, dass mir die intellektuelle und menschliche Herausforderung fehlte. Diese Einsicht brachte mich zu Callpoint, und jeder Tag, der verstreicht, gibt mir recht.

Spannend. Was hat dich an der Arbeit im Kundenservice am meisten überrascht? 

Die Intensität der meist kurzen Kundenkontakte und die Herausforderung, die bestmögliche Lösung zu finden.

Gibt es eine Begegnung mit einem Kunden, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Da war eine Dame in den 60ern, die leider viel Geld durch einen Betrug verloren hatte. Zu meiner grossen Überraschung bedankte sich die Kundin bei mir am Ende der Fallaufnahme für meine Unterstützung…das hat mich sehr berührt.

Was treibt dich mit über 60 noch immer an, beruflich aktiv zu bleiben?

Aktiv bin ich von Natur aus, wieso also nicht etwas von dieser Energie mit anderen teilen und dazu noch Geld dafür bekommen?

(lacht) Guter Punkt. Du hast mir von einem einschneidenden Erlebnis erzählt, welches du mit Anfang 40 erlebt hast. Was war das genau? Weshalb war es so prägend? 

Dank meines damaligen Arbeitgebers hatte ich die Möglichkeit, einen zweijährigen Kurs mit dem Titel «Leadership & Management» zu besuchen. Zunächst ging ich davon aus, dass es dabei vor allem um Mitarbeiterführung geht. Umso überraschter war ich am ersten Tag, als ich merkte, dass es in erster Linie um die Führung der eigenen Person ging – und, dass ich mich während zwei Jahren intensiv mit mir selbst auseinandersetzen würde.

Diese Zeit hat mich nachhaltig und sehr positiv geprägt. Ich durfte nicht nur viel über Führung lernen, sondern habe mir auch einen ganzen Werkzeugkasten an Methoden und Erkenntnissen erarbeitet, von dem ich bis heute profitiere.

Du interessierst dich für amerikanische Black Music der 70er Jahre, stehst auf Classic Cars und hast in den 70ern eine Zeit lang in New York gelebt. Was fasziniert dich so an diesem Jahrzehnt? 

Wow, das ist gar nicht so einfach zu erklären. Schon mit 14 Jahren durfte ich sonntags in grossen Zürcher Clubs auflegen und habe das Discofieber in seiner reinsten Form erlebt – diesen besonderen Lifestyle, die Energie, das Lebensgefühl. Später wurde das alles noch intensiver, vor allem in New York: ein echter Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen und Lebenswelten, die sich zu den pulsierenden Rhythmen von James Brown oder den treibenden Beats von Kool & The Gang die Woche von der Seele tanzten.

Und auch die Autos dieser Zeit hatten eine ganz eigene Magie. Sie waren Ikonen des Designs – vielleicht unvernünftig, aber sinnlich, charakterstark und voller Emotion.

Musik scheint eine grosse Leidenschaft von dir zu sein. Du hast jahrelang für einen Musikverlag gearbeitet, auch als DJ warst du aktiv. Spielt Musik immer noch eine grosse Rolle in deinem Leben? Gibt es einen Lieblingssong?

Ja, ich lege tatsächlich noch ab und zu auf. Die Musik ist im Kern dieselbe geblieben, allerdings arbeite ich heute viel mit sogenannten Reworks – also neu interpretierten Versionen der Originaltitel, mit etwas mehr Rhythmus und Tempo.

Lieblingssongs habe ich viele. Mein zeitloser Motivationssong ist jedoch «Ain’t No Stoppin’ Us Now» von McFadden & Whitehead aus Philadelphia. Deshalb trete ich auch heute noch unter dem Namen DJ Phil A Delphia (Fribourg) auf – eine kleine Hommage an diese musikalische Ära.

Eine weitere Leidenschaft von dir sind Oldtimer, speziell 911er aus den 70ern. Woher kommt diese spezifische Begeisterung?

Anfang der 80er kamen meine Brüder und ich eher zufällig zu einem 911 2.4 S aus dem Jahr 1972 – damals zu einem echten Spottpreis. Wir restaurierten den Wagen mit viel Leidenschaft, verkauften ihn mit Gewinn und kauften den nächsten. So hat alles begonnen.

Vielleicht gibt es optisch noch elegantere Sportwagen. Doch die Technik, der unverwechselbare Sound und vor allem das Fahrgefühl eines 911ers aus dieser Zeit sind für mich bis heute einzigartig.

Du führst ein spannendes Leben. Vielen Dank, dass du mir und unseren Lesern Einblicke gewährst.

Danke Dir Pascal, es war mir ein grosses Vergnügen.

Pascal Robache

Verfasser Pascal Robache

CGO Callpoint AG